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Linus bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Para-Tischtennis: Ein Wochenende voller Eindrücke


Oh Gott, wir waren alle so aufgeregt… nicht nur Linus selbst und ich als Mama haben dem Wochenende vom 24.03. – 26.03.2023 entgegengefiebert. Nein, ich denke auch Jan Rüssmann, der uns als Trainer zu den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Para-Tischtennis nach Jülich begleitet hat, war ein bisschen aufgeregt. So oft fährt man ja nicht zu Deutschen Meisterschaften 😊


Los ging es am Freitag nach 6 Stunden Autofahrt mit der Klassifizierung der Spieler*innen. Insgesamt gibt es im Para Tischtennis 11 Wettkampfklassen (WK), bei denen generell gilt: Je niedriger die Klasse, desto größer der Einfluss der Behinderung (ich persönlich hasse dieses Wort) auf das Spiel. Die Klassen 1-5 starten grundsätzlich im Rollstuhl, die Klassen 6-11 im Stehen. Linus wurde aufgrund seiner angeborenen Kollagen-VI Muskeldystrophie und der daraus resultierenden eingeschränkten Muskelkraft und Beweglichkeit in die WK 6 eingruppiert, was auch prompt im sogenannten Startpass vermerkt wurde.


Die "heiligen" Dokumente als Para-Athlet: Ohne Startpass und Sport-Gesundheits-Pass ist eine Teilnahme an offiziellen Veranstaltungen nicht möglich. Die Bürokratie im Behindertensport ist kein Zuckerschlecken.

Nach der Klassifizierung durfte in der Halle noch trainiert werden, damit sich die Starter*innen an die Bedingungen vor Ort gewöhnen. Linus machte davon ausgiebig Gebrauch – wäre es nach ihm gegangen, hätte er wohl in der Halle übernachtet 😉


Große Halle, große Bühne: Vorfreude bei Linus und Jan vor dem ersten Turniertag. Der Rhythmus beim Einspielen stimmt schon einmal.


Soweit so gut. Ein bisschen überraschend war für uns allerdings, dass es für die WK 6 bundesweit insgesamt nur 2 Anmeldungen gab. So wurden die Wettkampfklassen 6 und 7 (hier gab es 6 Anmeldungen) für die Spiele am Samstag zusammengelegt.


Volle Konzentration: Linus bei einem seiner rotationsreichen Rückhand-Aufschläge.

Auch wenn Linus in seinen kühnsten Kinderträumen gedanklich (natürlich 😊) schon eine Medaille gewonnen hat, ging es darum bei unserer Teilnahme überhaupt nicht. Bei den U25 (!) Jugendmeisterschaften in Jülich waren tolle Talente am Start, die deutlich älter und erfahrener waren als mein kleiner 10-jähriger Linus mit seinen knapp 9 Monaten Tischtennis-Erfahrung. Linus selbst hätte aber „sooooo gern einen Satz gewonnen“ – vielleicht klappt es beim nächstes Mal.


Volle Konzentration: Linus bei einem seiner rotationsreichen Rückhand-Aufschläge.

Es hat uns allen trotzdem viel Spaß gemacht! Wir haben tolle Leute kennengelernt und ganz viel rund um das Thema Para-Tischtennis erfahren. An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an Ela Madejska, die uns motiviert hat, sich für das Turnier anzumelden.



Zwischen den Wettkämpfen blieb auch noch etwas Zeit für das Training: Hier Linus bei der Übung „Rückhand-Mitte“.



Und DANKE natürlich auch an Jan, der uns nach Jülich begleitet und uns das ganze Wochenende so toll unterstützt hat. Ich kann nicht oft genug betonen, was für ein Glücksfall es für uns alle war, beim Feriencamp der TTG Hamburg-Nord im Sommer 2022 mitzumachen!

Unser Fazit zum Turnier: Dabei sein war für uns alles und gut zu wissen: Bei Deutschen Meisterschaften wird auch nur mit Wasser gekocht ☺!

Und wer weiß: Vielleicht findet die Ausrichtung des Wettkampfs auch einmal hier in Hamburg statt. Wir hätten – zusammen mit Jan – schon viele tolle Ideen ☺.


Ramona Franz mit Linus


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